Institut für Physik in Berlin-Adlershof - ein stadtökologisches Modellvorhaben

Passive Gebäudekühlung

Undurchlässige Flächen wie Dächer und Strassen verändern das Mikroklima durch die Änderung der Strahlungsbilanz. Folge ist die Erhöhung der Temperaturen im engeren Gebäudeumfeld und ein unbehagliches Raumklima bzw. die Erhöhung des Energieverbrauchs bei der Gebäudeklimatisierung. Eine Lösung besteht in der Gebäudebegrünung durch die Erzeugung von Verdunstungskälte.

Nach Messungen an zwei Dächern in Berlin-Tempelhof wandeln extensiv begrünte Dächer in den Sommermonaten 58% der Strahlungsbilanz in die Verdunstung von Wasser um. Unbegrünte Dächer dagegen wandeln 95% der Strahlungsbilanz in Wärme um.

Mit der Begrünung der Fassaden ist die unmittelbare Auswirkung auf das Gebäude noch größer. Die durchschnittliche Verdunstung zwischen Juli und August betrug zwischen 5,4 und 11,3 Millimeter Wasser pro Tag in Abhängigkeit von der Geschossebene. Diese Verdunstungsrate entspricht einer durchschnittlichen Kühlungsleistung von 157 kWh pro Tag.

Die beiden Grafiken zeigen die Energiebilanz je eines Quadratmeters Bitumendach im Vergleich mit einem Gründach. Dargestellt ist das gemessene Tagesmittel der Sommermonate von Juni bis August 2000.
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